Mit unserer Drachenburg schaffen wir ein neues Zuhause für die Zauneidechse – einen Lebensraum, der Sonnenplatz, Jagdrevier, Eiablageplatz und Winterquartier miteinander verbindet.
Zauneidechsen benötigen ein Mosaik aus offenen, sandigen Bereichen, Totholz, Steinen und strukturreichen Verstecken. Entscheidend ist, dass alle wichtigen Lebensbereiche dicht beieinander
liegen:
Sonnen, Schlafen, Überwintern, Jagen und Eiablage.
Die Drachenburg wird an einem:
vollsonnigen Standort
möglichst windgeschützten Bereich
gut drainierten Platz
angelegt.
Sonne ist der wichtigste Faktor, denn Zauneidechsen sind wechselwarme Tiere und auf Wärmequellen angewiesen.
1. Grube anlegen
Durchmesser: ca. 80 cm bis 1 m
Tiefe: mindestens 50 cm, idealerweise bis zu 1 m
Die Grasnarbe im Umfeld entfernen
Der Aushub kann auf der Nordseite zu einem kleinen Hügel modelliert werden.
2.Drainageschicht einbauen
Als unterste Schicht:
ca. 10 cm Kies
Schotter
gebrochene Dachziegel
Diese Schicht sorgt dafür, dass Regenwasser abfließen kann und das Winterquartier trocken bleibt.
3. Sand für die Eiablage
Zauneidechsen legen ihre Eier bevorzugt in warmen, lockeren Sand.
Deshalb wird eine Sandschicht eingebracht, die gut erwärmt wird und durchlässig bleibt.
Optional kann in unmittelbarer Nähe ein zusätzlicher, reiner Sandbereich als Eiablageplatz angelegt werden, um Weibchen gezielt anzulocken.
4. Baumstümpfe und Totholz einsetzen
Ein oder mehrere Baumstümpfe werden in die Grube gestellt
Tief reichende Äste leiten später Sonnenwärme nach unten
Die Stämme werden stabil fixiert
Das Totholz erfüllt mehrere Funktionen:
Wärmeleitung
Strukturstabilisierung
Lebensraum für Käfer und Insekten (Nahrungsquelle für Eidechsen)
5. Steine zur Stabilisierung
Regionale Sandsteine oder andere Natursteine
Kombination aus größeren und kleineren Steinen
Stabilisierung von Ästen und Stamm
Wichtig: Es sollen viele kleine Hohlräume entstehen – aber keine zu großen Öffnungen, damit keine ungewollten größeren Tiere einziehen.
6. Winterquartier strukturieren
Die Grube wird weiter mit:
Totholz
Steinen
Sand
gefüllt.
Entscheidend ist ein komplexes Geflecht aus kleinen Hohlräumen, in denen sich die Tiere frostfrei zurückziehen können.
7. Aufbau über Bodenniveau
Die Drachenburg wird mindestens 50 cm über dem Oberboden weiter aufgeschichtet.
Baumstumpf sichtbar integrieren
Steine als Sonnenterrassen platzieren
Totholz mehrschichtig aufbauen
Um die Anlage herum entsteht ein etwa 30 cm hoher „Burgwall“.
8. Sonnenplätze und Terrassen
Auf der Oberfläche werden flache Steine so drapiert, dass:
viele kleine sonnige Terrassen entstehen
Wärme gespeichert wird
unterschiedliche Mikroklimata vorhanden sind
Eine kleine Sandsteinmauer in der Nähe ist ideal – Zauneidechsen lieben solche Strukturen zum Sonnen und Verstecken.
Unser Fazit:
Wir sind sehr glücklich und dankbar über das Ergebnis unserer Drachenburg. Es ist ein kraftvoller, lebendiger Lebensraum entstanden, der zeigt, wie mit durchdachter Planung, fachlicher Umsetzung und gemeinsamer Begeisterung echter Artenschutz möglich wird.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem Landschaftsgarten-Team von Dennis Niesporek, das uns mit großem Engagement, Fachwissen und Tatkraft unterstützt hat. Die Zusammenarbeit war nicht nur professionell, sondern auch menschlich eine große Bereicherung – und das Ergebnis spricht für sich.
